Bericht zur XXXIII. Königswinterer Tagung erschienen

Mit dem absichtsvoll provozierenden Titel „Vom 20. Juli 1944 zum Hambacher Forst. Der Begriff des Widerstandes“ widmete sich die XXXIII. Königswinterer Tagung der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. im Februar 2020 dem Thema, was Widerstand ist, wie er charakterisiert und von anderen Aktionsformen abgegrenzt werden kann. Hierzu ist nun der Tagungsbericht von Stefanie Bilinski, Nicolas Cavagnet, Hannah Guntermann, Fabienne Hering, Marlene Schwäbisch, Julius Schwarz und Daniel E.D. Müller erschienen.

Die erstaunliche Renaissance des Begriffsfeldes „Widerstand“ über das letzte Jahrzehnt und das gesamte politische Spektrum hinweg beinhaltete neben oft verfehlten, direkten Bezugnahmen auf den Widerstand des 20. Juli 1944 noch zahlreichere Bedeutungsverschiebungen dessen, was gemeinhin als „widerständig“ verstanden wird. Eine solche Verschiebung wirft zunächst die nicht triviale Frage nach den Handlungen auf, die sich mit dem diskutierten Terminus beschreiben lassen: Stellen eine parlamentarische Opposition oder ein breit auf die Straßen des Landes getragener Protest gegen die Politik der Bundesregierung bereits „Widerstand“ dar? Ließe sich ein so verstandener „Widerstand“ begrifflich überhaupt noch in eine Reihe mit dem oft tödlich endenden Widerstand gegen den Nationalsozialismus stellen? Kann Widerstand in einer Republik überhaupt stattfinden? Und besteht nicht die definitorische Gefahr, durch unklare Begrifflichkeit oder „gebetsmühlenartige Veralltäglichung“ (Klaus Hildebrand) eine Sinnentleerung des Begriffs zu riskieren? Diese Fragen nahm die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. zum Auftrag, um Begriff, Handlungsfelder, Bedeutungsverschiebungen und die Rolle des Phänomens innerhalb einer Demokratie anhand klassischer und völlig neuer Beispiele auszuloten.

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Bericht zur XXXII. Königswinterer Tagung erschienen

Wie konnte sich seit dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten der moralische Referenzrahmen innerhalb kürzester Zeit derart verschieben, dass der bürgerliche Humanismus deutscher Eliten in eine Moral des „Herrenmenschentums“ umschlug und hierdurch Genozid und Vernichtungskrieg erst in den Bereich des sittlich Möglichen rückten? Diese nach wie vor paralysierende Frage hatte sich die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 als Thema für ihre XXXII. Jahrestagung in Bonn aufgetragen. Welche subtile Wirkung dabei die nationalsozialistische Sprache ausübte, in welchen lange vor 1933 einsetzenden Kontinuitätslinien der Wertewandel im „Dritten Reich“ stand und wie und aus welchen vielfältigen Motiven sich Widerstand gegen die verheerende Verschiebung des moralischen Referenzrahmens erhob, waren dabei nur einige Aspekte, die auf der Tagung mit dem Titel „Vom bürgerlichen Humanismus zum „Herrenmenschentum“ – Die Transformation moralischer Werte als Ausgangspunkt für den Widerstand im „Dritten Reich““ diskutiert wurden.

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Bericht zur XXXI. Königswinterer Tagung erschienen

Hatten Anpassung und Passivität als Ergebnis ihrer langen Verfolgungsgeschichte dazu geführt, dass die Juden Europas gegen die NS-Vernichtungspolitik keinen Widerstand leisteten? Dieser oft vorgebrachten Ansicht wollte die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 auf ihrer XXXI. Jahrestagung zum Thema „Jüdischer Widerstand und der Widerstand und die Juden“ nachspüren. Wie ein _jüdischer Widerstand_ zu fassen wäre, welche verschiedenen Ausdrucksformen und Handlungsräume _jüdischen Widerstands_ es überhaupt geben könnte und inwiefern der „deutsche Widerstand“ sich mit der „Judenfrage“ befasste, waren erkenntnisleitende Fragestellungen der Tagung.

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Bericht über die XXVII. Königswinterer Tagung

Tagungsthema: Das Vermächtnis ist noch in Wirksamkeit, die Verpflichtung noch nicht eingelöst.“ –
Der Widerstand gegen das ‚Dritte Reich‘ in Öffentlichkeit und Forschung seit 1945

Ein Bericht von Gabriel Rolfes, Christian Günther, Dennis Sennekamp, Institut für Geschichtswissenschaft, Abteilung für Geschichte der Neuzeit, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Theodor Heuss prägte vor 60 Jahren in seiner Gedenkrede zum zehnten Jahrestages des versuchten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 eine geschichtswirksame Formel, unter deren Rubrum die „Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V.“ gemeinsam mit der Stiftung „20. Juli 1944“ und in Kooperation mit der Jakob-Kaiser-Stiftung vom 21. bis 23. Februar 2014 zu ihrer Jahrestagung im Tagungs- und Bildungshaus des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) in Bonn einlud.

Unter der Losung „Das Vermächtnis ist noch in Wirksamkeit, die Verpflichtung noch nicht eingelöst.“ (Th. Heuss) – Der Widerstand gegen das ‚Dritte Reich‘ in Öffentlichkeit und Forschung seit 1945 waren in diesem Jahr wieder etwa 120 Veranstaltungsteilnehmer zusammengekommen. In vier thematisch getrennten Sektionen untersuchten die Tagungsbeiträge die bundesrepublikanische Rezeptionsgeschichte des Wider-standes gegen den Nationalsozialismus an Beispielen aus der Gedenk- und Populärkultur, Literatur und Film, der Bundeswehr sowie der juristischen Auseinandersetzung.

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XXVI. Königswinterer Tagung

„Weder überflüssig noch unterlegen“ – Neue Forschungen zum Widerstand im „Dritten Reich“

Ein Bericht von Gabriel Rolfes, Institut für Geschichtswissenschaft, Abteilung für Geschichte der Neuzeit, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, (E-Mail: gabriel.rolfes@gmx.de) über die XXVI. Königswinterer Tagung der „Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944“ vom 22. bis 24. Februar 2013 in Königswinter.

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