Die neueste Publikation der Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 ist erschienen.
Wer sich mit Widerstand befasst, stößt schnell auf Topoi wie „Aufstand des Gewissens“ oder „das andere Deutschland“. Erinnert wird an ihn aber auch in Gestalt von Denkmälern oder jüngst auf Social Media beispielsweise mit @ichbinsophiescholl. Doch woher kommen solche Begriffe und Erinnerungsformen? Mit Fragen wie dieser befasste sich die Tagung der Forschungsgemeinschaft 20. Juli im Februar 2024. Die Beiträge liegen nun in einem Sammelband vor.
Jedermann kennt die Geste des britischen Kriegspremiers Winston Churchill, der mit seinen gespreizten Fingern gern ein mutmachendes V für Victory zeigte. Doch wie entstand dieses Symbol? Wie und von wem ist es seinerzeit grafisch verbreitet und popularisiert worden? Inzwischen erinnern Denkmäler in vielfältigster Form an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, doch war solch öffentliches Gedenken nach 1945 zunächst nicht unumstritten. An wen wird wie erinnert, und an wen unter Umständen auch nicht? Welche neuen Möglichkeiten bieten die digitalen Medien, und worin bestehen hier neben den Chancen auch Schwierigkeiten und Gefahren? Nicht zuletzt darf der Missbrauch von Symbolen des Widerstands nicht aus den Augen verloren werden: Die sogenannte „Wirmer-Flagge“ ist zunehmend auf rechtsextremistischen Demonstrationen zu sehen.
Der Tagungsband ist im Lukas Verlag erschienen:
Julia Gehrke (Hrsg.): In aller Munde und vor aller Augen? Die Wahrnehmung des Widerstandes gegen das NS-Regime in achtzig Jahren. Tagungsband zur XXXVI. Königswinterer Tagung (Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V., Bd. 32), Berlin 2025, 30,00 €, ISBN: 978-3-86732-489-2.
