Jenseits des 20. Juli 1944 – der vergessen Widerstand.

Bericht zur XXXVIII. Königswinterer Tagung 2026

Bericht von: Desmond Otih, Institut für Politikwissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Daniel E.D. Müller, Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Ruhr-Universität Bochum

Die XXXVIII. Königswinterer Tagung mit dem Titel „Jenseits des 20. Juli 1944 – Der vergessene Widerstand“ widmete sich in diesem Jahr unbekannteren Episo- den des Widerstands abseits der großen Aktionen. Gemeinsam mit den Referie- renden wurden die Handlungsspielräume verschiedener, relativ wenig beachteter Akteure in ihrem Versuch erkundet, die Ziele des NS-Regimes zu vereiteln. Von Juristen über Pfarrer bis hin zu Landwirten und Jugendlichen wurden die Aktio- nen von Personen aus den verschiedensten sozialen Milieus untersucht. Dabei standen nicht nur Fragen nach der tatsächlichen Wirkmächtigkeit im Hinblick auf die Veränderung des Kriegsverlaufs oder die konkrete Minderung des Leids im Mittelpunkt, sondern auch die diversen Motivationshintergründe der Akteure. Auf dieser Grundlage wurde der Begriff des Widerstands von den Referierenden in ei- nem weiteren Sinne ausgelegt: Widerstand äußere sich nicht bloß in den konkre- ten Ereignissen oder ausschließlich in erfolgreichen Aktionen. Von Widerstand, so der Konsens unter den Referierenden, müsse überall dort die Rede sein, wo Menschen ihr Leben riskiert hätten, um für Menschlichkeit einzustehen, und wo Versuche unternommen worden seien, die Verbrechen des NS-Regimes zu unter- binden.

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